Tierarzt München - Tierarztpraxis Dr. Claudia Möller

Kleintierpraxis
Dr. med. vet. Claudia Möller

Orthopädische Behandlung von Haustieren in München

Orthopädie - Tierärztin Dr. Claudia Möller berät Sie gerne

Orthopädische Behandlung für das Heimtier in München Ramersdorf. Lassen Sie sich in der Kleintierpraxis Dr. Möller beraten.Orthopädische Probleme sind bei Hunden ein häufiger Vorstellungsgrund in der Tierarztpraxis. Kleine Hunde leiden sehr häufig unter Problemen mit den Kniescheiben oder der Wirbelsäule, größere dagegen haben eher Beschwerden mit den Hüften, der Wirbelsäulenkörper oder den Schulter- und Ellbogengelenken.

 

Der Hund lahmt, mag nicht mehr laufen oder spielen, schreit bei bestimmten Bewegungen auf oder braucht sehr lange um sich hinzulegen. Diese auffälligen Symptome werden dem aufmerksamen Hundehalter schnell auffallen und er kommt mit konkreten Vorstellungen in die Praxis.

 

 

Bei Katzen ist dies häufig anders. Da, wo eine Lahmheit aufgrund einer Verletzung vermutet wird, handelt es sich nicht selten um ein ganz anderes Problem. Beispielsweise eine schmerzhafte Schwellung nach einem Katzenbiß oder um eine Folge von Bluthochdruck: ein Thrombus verstopft die Femoralarterie, die Katze hinkt.

Andererseits werden Arthrosen, die sehr häufig bei Katzen vorkommen vom Besitzer nicht erkannt. Eine längere Abhandlung über Arthrosen bei Katzen und wie Sie sie erkennen können, finden Sie weiter unten.

 

Auch kleine Heimtiere können orthopädische Probleme haben. Dazu gehören in erster Linie Frakturen (Brüche), aber auch Ausrenkungen der Hüfte oder des Ellbogens, die meist durch Stürze hervorgerufen werden. Daneben gibt es bei ihnen auch ernährungs- oder infektionsbedingte Probleme der Knochen und Gelenke.

 

Neben einer genauen klinischen Untersuchung des Patienten stellt die röntgenologische Untersuchung das wichtigste Werkzeug in der Orthopädie dar.

 

Die Möglichkeiten des MRT und CT bieten in München einige Kliniken. Dorthin überweisen wir auch Patienten, die knochenchirurgisch versorgt werden müssen.

 

Arthrosen bei Katzen - Ein lange unterschätztes Problem

Orthopödie beim Haustier in München Ramersdorf in der Kleintierpraxis Dr. Möller. Wir beraten Sie gerne.Mit traumwandlerischer Sicherheit balanciert die kleine Lilly über den Zaun, macht einen Satz, landet auf dem Vordach, schlüpft durch die Katzenklappe und rast die Innentreppe hinunter zu ihrem Futternapf. Drei Jahre später. Lilly hat Hunger. Sie sitzt miauend vor der Haustür und wartet darauf, dass ihr geöffnet wird. Die liebevoll ausgetüftelte Sonderkonstruktion am Haus entlang über das Vordach hat sie schon langer nicht mehr benutzt. War etwas vorgefallen, so dass Lilly Angst vor diesem Weg hat oder ist sie nun einfach älter und daher ruhiger und bequemer geworden?

 

Warum wir Gelenkerkrankungen bei Katzen leicht übersehen
Lilly ist mittlerweile acht Jahre alt. Wie neuere Studien ergaben, leiden etwa ein Drittel aller Katzen ab einem Alter von sechs bis sieben Jahren an Arthrose. Bei über zwölf Jahre alten Katzen sind es sogar neunzig Prozent. Diese Ergebnisse waren überraschend, denn es zeigt sich, dass Gelenksbeschwerden ein bisher verkanntes Problem in der Katzenmedizin war. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nur selten gehen Katzenhalter mit ihren Katzen spazieren oder können sie draußen auf ihren Streifzügen beobachten. In der Wohnung verhalten sich die Stubentiger auch zumeist passiver als Hunde. Selbst bei stärker ausgeprägten Arthrosen gehen Katzen nur selten lahm. Auch sind ihre Gelenke bei Entzündungen kaum oder nur unmerklich angeschwollen. Die röntgenologischen Befunde sind bei arthrotischen Katzen häufig sehr subtil und nicht besonders augenfällig. Schmerzen bei der tierärztlichen Untersuchung, zumal diese bei der Katze häufig schwieriger durchzuführen ist als beim Hund, werden durch Stress und Angst überlagert und sind daher schwer zu erkennen. Eine ruhigere Lebensweise wird vom Katzenhalter in der Regel dem Alter der Katze zugeschrieben und dem Tierarzt gegenüber gar nicht erwähnt. Die Katze passt unmerklich ihre Lebensweise der veränderten Situation an und diese Änderungen der Verhaltensweisen werden kaum mit Schmerzen in Zusammenhang gebracht. Daher kann eine versuchsweise durchgeführte Schmerzbehandlung, wenn sie erfolgreich ist, verborgenen Bewegungsschmerz entlarven, wenn die Katze dadurch wieder mobiler und aktiver wird. Bisher gab es allerdings kein für die Langzeitanwendung bei der Katze zugelassenes Schmerzmittel, so dass auch hierin ein Grund dafür liegen mag, dass Arthrosen bei der Katze weniger Aufmerksam zuteil wurde als notwendig. Zwei weitere, nicht zu vernachlässigende Faktoren dürften aber ebenfalls dazu beigetragen haben, dass Arthrosen bei Katzen erst jetzt ein wichtiges Thema werden. Da ist zum einen ihre gestiegene Lebenserwartung mit vermehrten Abnutzungserscheinungen an den Gelenken und zum anderen werden viele unserer Katzen immer dicker. Ein Faktor, der die Gefahr, an Arthrosen zu erkranken bei Katzen um das drei bis fünffache erhöht.

 

Frühes Handeln ist wichtig
Osteoarthrosen sind fortschreitende, irreversible Gelenkerkrankungen. Einmal entstanden, ist diese Erkrankung nicht mehr heilbar. Es können jedoch die Symptome gelindert und ein weiteres Fortschreiten soweit wie möglich aufgehalten werden. Bei der Katze betreffen Arthrosen vor allem die Ellbogen-, Hüft- und Kniegelenke, gefolgt von den Schultergelenken. Sie treten meistens beidseits auf. Ein gesundes Gelenk besteht aus den gelenksbildenden Knochen, deren Enden mit Knorpel überzogen sind. Knorpel besteht aus einem speziellen Bindegewebe und hat einen Wassergehalt von siebzig Prozent. Dadurch ist er in der Lage, Stöße abzupuffern. Eine faserreiche Gelenkkapsel umschließt das Gelenk und produziert mit ihrer innen gelegenen Synovialmembran die Synovia. Diese Gelenkschmiere ernährt und versorgt den Knorpel und macht das Gelenk gleitfähig. Bänder und Muskeln stabilisieren das Gelenk von außen und sind daher wichtig für eine intakte Gelenkfunktion.
Einmal erkrankt, entsteht im Gelenk ein Teufelskreislauf, den es möglichst schnell zu erkennen und soweit wie möglich aufzuhalten gilt. Der Knorpel degeneriert, wird rau und verliert seine Geschmeidigkeit, die Synovialmembran entzündet sich und sondert minderwertige Gelenkschmiere ab. Durch den Entzündungsvorgang werden körpereigene Botenstoffe angelockt, die den Prozess allerdings erst so richtig anheizen. In seiner Bestrebung, das Gelenk zu stabilisieren bildet der Körper an den knorpelüberzogenen Knochenenden kleine Zubildungen, Exostosen, die ihrerseits für vermehrte Reibung und Abnutzung und damit weitere Entzündungen sorgen. Der Gelenkspalt wir enger, die Kapsel starrer und rigider. Diese Vorgänge laufen in Phasen ab. In Zeiten stärkerer Entzündung und damit größerer Schmerzen wird das Gelenk entlastet, so dass die wichtige, weil Stabilität verleihende Muskulatur an Tonus verliert und weniger wird. Dadurch wird wiederum das Gelenk vermehrt belastet und der Teufelskreislauf beginnt von neuem.


Was den reibungslosen Ablauf stört
Sehr häufig sind es einfach Abnutzungserscheinungen, die mit den Jahren auftreten und dem Gelenk zu schaffen machen. Es gibt allerdings auch erblich bedingte Arthrosen, an deren erste Stelle die Hüftgelenksdysplasie (HD)steht. Der Oberschenkelkopf passt nicht genau in die Beckenpfanne, so dass die Druckverhältnisse nicht optimal sind und vermehrt Abnutzungsschäden entstehen. Es sollen etwa sechs bis sieben Prozent aller Katzen betroffen sein, allerdings schwanken die Angaben der einzelnen Studien. Leider ist die Main coon von der HD mit etwa 18 Prozent besonders betroffen. Andre große Rassen wie die Norwegische Waldkatze oder die Ragdoll zeigen keine erhöhte Anfälligkeit für HD, es ist also ein genetisches Problem, keines der Größe. Verletzungen, abgeheilte Brüche, Kreuzbandrisse und andere Unfälle können ebenso Arthrosen nach sich ziehen, da sie zu einer Instabilität des Gelenkes führen. Nur vereinzelt sind andere Ursachen für Arthrosen auszumachen. Knochentumore sind bei der Katze äußerst selten. Ebenso durch das Feline Leukämievirus verursachte Knochenzubildungen an den Gelenkenden. Manche Erreger (Caliciviren, Borrelien, Mykoplasmen und andere) können Gelenksentzündungen hervorrufen, ebenso wie Immunsystemstörungen, zu denen auch der rheumatische Formenkreis gehört. Werden bei der Fütterung schwerwiegende Fehler gemacht, wie sie heute zum Glück nur noch selten gesehen werden, dann kann es ebenfalls zu Skelettentwicklungsstörungen mit nachfolgenden Arthrosen kommen. Bei reiner Fleischfütterung und - in noch größerem Maße - vorwiegender Fütterung mit Leber bekommt die Katze viel zu viel Phosphor, so dass das Calcium-Phosphor-Verhältnis mit bis zu 1: 50 viel zu hoch ist. Der hohe Vitamin A - Gehalt der Leber versteift die Gelenke.

 

Betroffene Katzen erkennen
Um eine an Arthrose leidende Katze sicher zu erkennen, müssen Tierärzte und Katzenhalter eng zusammenarbeiten. Die Aufgabe des Tierarztes besteht zuerst darin, Besitzer von Katzen zu sensibilisieren und zu informieren, um das notwendige Problembewusstsein zu schaffen. Der Katzenhalter kann dem Tierarzt im Gegenzug wichtige Hinweise geben, ob und wie sehr seine Katze in ihren Bewegungen beeinträchtigt ist. Die Hinweise für schmerzende Gelenke bei der Katze sind mannigfaltig. Sie meidet höher gelegene Liegeplätze, spielt nicht mehr, putzt sich weniger, hat über dem Rücken verklebte Haarbüschel oder Schuppen, sie setzt Kot vor der Toilette ab oder wird generell unsauber. Betroffene Katzen miauen manchmal mehr, werden aggressiv oder abweisend, ziehen sich zurück, liegen viel, wirken deprimiert, gehen weniger raus, benutzen die Katzenklappe nicht mehr oder bringen keine Jagdtrophäe mehr heim. Sie schärfen ihre Krallen nicht mehr, man sieht sie sich selten strecken und dehnen. Sie fauchen, wenn sie gestreichelt werden, mögen das Bürsten nicht mehr oder belecken und benagen Stellen über einem Gelenk.
Hinter all diesen Veränderungen können möglicherweise Gelenkschmerzen stecken. Weil Katzen im der Praxis nur selten herumspringen und munteres Erkundungsverhalten an den Tag legen, sondern eher erstarren, sich verkriechen oder zum Defensivangriff übergehen, ist eine Gangbildanalyse und die Beurteilung ihrer Beweglichkeit meist kaum möglich beziehungsweise muss in der Praxis ein Rahmen geschaffen werden, der noch vor jedem Stress einer Untersuchung Möglichkeiten schafft, die Katze zu beobachten. Die orthopädische Untersuchung kann, falls nötig, auch im Arm des Besitzers erfolgen, auf rutschfestem Untergrund und in ruhiger Atmosphäre. Grunderkrankungen, die ebenfalls zu Verhaltensänderungen oder verändertem Gang führen, müssen abgeklärt werden. So fußen Katzen mit Diabetes häufig anders auf, als gesunde Katzen, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung schmerzt, so dass sich die Katzen ebenfalls nicht bewegen oder bei einer Schilddrüsenüberfunktion miauen Katzen häufig lautstark, was auch manche Katzen mit Gelenkschmerzen tun.
Röntgenbilder können, wenn die Katze richtig gelagert werden soll, häufig nur in Narkose durchgeführt werden. Für viele ist dies ein Hindernis, vor allem, wenn die Katze bereits älter ist. Weiterführende Untersuchungen sind nur selten notwendig, so beispielsweise die Gelenkpunktion, Computer- und Magnetresonanztomographie oder die Arthroskopie.


Ein sinnvolles Therapiekonzept

Leidet eine Katze unter Arthrosen, dann gilt es ihre Lebensqualität zu verbessern und sie möglichst schmerzfrei und mobil zu halten. Ein Schmerzmittel kann ihr die Freude an der Bewegung wieder geben. Dazu muss natürlich durch labordiagnostische Untersuchungen festgestellt werden, dass sie das Schmerzmittel auch gut verträgt. Zu dicke Katzen müssen unbedingt abnehmen, da führt kein Weg dran vorbei! Zusätzlich können Nahrungsergänzungsmittel wie Glykosaminglykane, Chondroitin, Antioxydantien (Vitamin E und C) und entzündungshemmende ungesättigte Fettsäuren unterstützend gegeben werden. Auch eine Massage durch den Katzenhalter, sanftes Stretching oder die passive Bewegung der Gelenke wird nach einiger Zeit von Katzen häufig gut toleriert. Nur selten und in besonders schweren Fällen sind Operationen notwendig. Bei schweren Hüftgelenksarthrosen kann bei der Katze mit erstaunlich gutem Erfolg der Oberschenkelkopf amputiert werden (Femurkopfhalsresektion). Bei dem geringen Gewicht einer Katze bildet sich bald ein nun nicht mehr schmerzhaftes „Ersatzgelenk" mit ausreichender Stabilität.
Der Katzenhalter selbst kann seiner Katze eine ihren Beschwerden angepasste Lebensweise ermöglichen, indem er sie bei der Fellpflege unterstützt, ihr kleine Rampen und Stufen zu erhöhten Liegeplätzen baut, Einstiegsmulden in die Katzentoilette sägt, den Sand nicht zu tief einstreut, Futter, Wasser und Katzegras leicht erreichbar platziert und für weiche und - sehr beliebt - mit Heizdecken ausgerüstete warme Schlafplätze sorgt.
Für Lilly wurde eine neue, komfortablere Außenkonstruktion gebaut, die sie bequem zur nun vergrößerten Katzenklappe führt. Nun geht sie wieder lieber aus und ein und genießt die neue Freiheit. Denn auch für Katzen mit Arthrosen gilt: wer rastet rostet und moderate Bewegung stärkt und fördert auch ein bereits erkranktes Gelenk.

 

Dr. Claudia Möller - Ihre Tierorthopädin in München